Treppen-ABC

In den Bauverordnungen sind die Bestimmungen über die Anlage von Treppen unterschiedlich. Hier werden primär die Begriffe für Einfamilienhäuser vorgestellt:

Laufbreite
Die Treppe sollte in Einfamilienhäusern mindestens 80 cm sein, auf jeden Fall aber in einer Breite ausgeführt werden, die einen Transport von Möbeln oder auch einer Krankentrage zulassen. Dabei unterscheidet man zwischen nutzbarer Laufbreite und Treppenlaufbreite. Die nutzbare Laufbreite ist das tatsächliche Durchgangsmaß der Treppe. Die Treppenlaufbreite ist die geamte breite der Treppe incl. Geländer und Wangen.

Lauflänge
Die Treppenlauflänge ist das Maß von der Vorderkante Antrittsstufe bis Vorderkante Austrittsstufe und wird im Grundriss an der Lauflinie gemessen. Die Lauflänge von Treppen ist begrenzt, so ist es erforderlich diese nach 18 Steigungen durch ein Ruhepodest zu unterbrechen. Weniger als drei Stufen sollten in Fluren wegen einer erhöhten Unfallgefahr nicht angeordnet werden, da die Niveaudifferenz für das Auge schlecht wahrnehmbar ist.

Lauflinie
Die Lauflinie ist eine gedachte Linie, die den üblichen Weg einer Treppe angibt. Die zeichnerische Darstellung im Grundriss gibt die Laufrichtung der Treppe an. Der Punkt kennzeichnet die Vorderkante der Antrittsstufe, der Pfeil die Austrittsstufe. Das Steigungsverhältnis einer Treppe darf sich in der Lauflinie nicht ändern.

Durchgangshöhe
Sie muss im Lichten senkrecht gemessen, über den Vorderkanten der Stufen und Podesten bis zu den Unterkanten darüberliegender Bauteile mindestens 200 cm betragen.

Steigungsverhaeltnis
Das Steigungsverhältnis bestimmt die sichere und bequeme Begehbarkeit einer Treppe. Es ist das Verhältnis von der Steigungshöhe zur Auftrittsbreite. Das Steigungsverhältnis wird bestimmt durch die Schrittlänge eines erwachsenen Menschen (ca. 61 – 64 cm). Zur Festlegung des günstigsten Steigungsverhältnisses mit geringstem Energieraufwand gilt die Formel: 2 Steigungshöhe + Auftritt = 63 = 1 Schritt.

Podeste
Die Podesttiefe darf nicht kleiner sein als die nutzbare Breite des Treppenlaufes. Die Podestlänge ist die n-fache Schrittlänge + 1 Stufentiefe, d.h. sie sollte so lang sein, dass sie ohne Schrittwechsel zu begehen sind. Zum Treppenhaus schlagende Türen dürfen nicht die Laufbreite beeinträchtigen

Stufenbreite
Die Stufenbreite setzt sich aus Auftrittsfläche und Unterschneidung zusammen, wobei die Auftrittsfläche von der Vorderkante einer Treppenstufe bis zur Vorderkante der folgenden Treppenstufe reicht. Die Unterschneidung ist das Maß, um das die Vorderkante einer Stufe über die Breite der Trittfläche der darunterliegenden Stufe vorspringt.

Der Stufenüberstand bei Treppen ohne Setzstufe sollte so groß sein, dass nur ein flacher Durchblick möglich ist, d.h. kleiner als 40°. Besonders bei steilen Treppen sollten die Stufen zur Verbreiterung der Auftrittsfläche so angeordnet sein, dass die Trittstufe dementsprechend übersteht.

Die Auftrittsbreite sollte nicht weniger als 23 cm betragen, wobei ein Optimum bei ca.26cm liegt. Die schmalste Stelle kann dagegen bei gewendelten Stufen mindestens 10 cm sein, wobei auch hier Ausnahmen für gering frequentierte Treppen möglich sind.

Stufenhöhe – Treppensteigung

Im allgemeinen gelten folgende Stufenhöhen

  • Freitreppen in Gärten 14 – 16 cm
  • Treppen in Einfamilienhäusern 17 – 18 cm
  • wenig benutzte Treppen 20 cm
  • Dach- und Kellertreppen 22 cm

Die Stufenhöhe sollte nicht mehr als als 20 cm betragen, die günstige Normalsteigung ist 18/26 cm

Toleranzen
Für vorgefertigte Treppenläufe in Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen darf die Toleranzabweichung, zwischen dem Ist-Maß der Steigung der Antrittstufe und dem Soll-Maß, höchstens 1,5 cm sein